Pflegerin im Gespräch mit einer älteren Dame

Rund um die Pflegebegutachtung

Wenn Sie bei Ihrer Pflegekasse Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragt haben, führen aktuell eine Gutachterin oder ein Gutachter des MDK ein Telefongespräch mit Ihnen und machen sich ein Bild von Ihrer persönlichen Situation. Wie das Gespräch abläuft und wie Sie sich darauf vorbereiten können, erfahren Sie hier.

Ich habe einen Pflegegrad beantragt. Wie geht es jetzt weiter?

Die Pflegekasse leitet Ihren Antrag zusammen mit den entsprechenden Unterlagen an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) weiter. Der MDK hat die Aufgabe, zu begutachten, ob und in welchem Umfang Sie oder Ihr Angehöriger pflegebedürftig sind. Während der Corona-Epidemie können wir Sie leider nicht persönlich besuchen. Das geschieht vor allem zu Ihrem Schutz. Stattdessen wird eine Gutachterin oder ein Gutachter mit Ihnen oder einer Pflegeperson ein Telefongespräch führen, um sich ein Bild von Ihrer Pflegesituation zu machen. Der MDK schlägt Ihnen schriftlich oder telefonisch einen Termin vor.

Wie kann ich mich auf die Pflegebegutachtung vorbereiten?

Damit die Gutachterin oder der Gutachter Ihre Pflegesituation möglichst genau und zutreffend beschreiben kann, brauchen sie eine Reihe von Informationen. So können Sie sich auf das Telefongespräch vorbereiten.

1. Überlegen Sie vorab, was Ihnen in Ihrem Alltag besondere Schwierigkeiten macht.

  • Wobei benötigen und wünschen Sie Unterstützung in Ihrem Alltag?
  • Was können Sie in Ihrem Alltag selbstständig ausführen?

Wichtige Fragen können Sie schon vor dem Gespräch notieren, dann werden sie in der Begutachtungssituation nicht vergessen.

2. Halten Sie bitte folgende Unterlagen für das Gespräch bereit:

  • Berichte Ihres Hausarztes, von Fachärzten oder den Entlassungsbericht aus der Klinik. Sollten Sie die Unterlagen nicht vorliegen haben, brauchen Sie diese jedoch nicht extra anfordern.
  • Bitte haben Sie Ihren aktuellen Medikamentenplan zur Hand.
  • Falls ein Pflegedienst zu Ihnen kommt, legen Sie auch die Pflegedokumentation bereit.

3. Bitten Sie eine Person, die Sie pflegt oder Ihre Situation gut kennt, beim Telefongespräch dabei zu sein.

4. Falls Sie einen gesetzlichen Betreuer haben, informieren Sie ihn bitte über den Telefontermin.

    Wie läuft eine Pflegebegutachtung ab?

    Die Gutachterin oder der Gutachter des MDK sind speziell ausgebildete Pflegefachkräfte oder Ärztinnen und Ärzte. Sie sprechen mit Ihnen, um einen Eindruck von Ihrer persönlichen Pflegesituation zu gewinnen. Schildern Sie deshalb, mit welchen Einschränkungen und Problemen Sie in der Pflege zurechtkommen müssen und was Ihnen im Alltag Schwierigkeiten macht. Bitten Sie eine vertraute Person während des Telefonats dabei zu sein. So kann sich der MDK von Ihrer Situation ein umfassendes Bild machen. Bitte beachten Sie: Das Telefonat kann bis zu einer Stunde dauern.

    Beim Telefongespräch stellen die Gutachter fest, wie selbstständig Sie Ihren Alltag gestalten können und wobei Sie Hilfe benötigen. Der MDK gibt im Gutachten auch Empfehlungen ab, wie Ihre Situation verbessert werden kann, etwa durch eine Rehabilitation oder durch ein Hilfsmittel. Das ist zum Beispiel ein Rollator oder eine Hilfe für das Baden oder Duschen. Vielleicht ist es auch notwendig, Ihre Wohnung anzupassen.

    Sprechen Sie Ihre Probleme bei der Pflege und der täglichen Versorgung gegenüber der Gutachterin oder dem Gutachter offen an. Nur so können sich die Gutachter ein realistisches Bild über Ihre Situation machen.

    Die Gutachter fassen die Ergebnisse und Empfehlungen, auch zum Pflegegrad, in einem Gutachten zusammen und senden es an die Pflegekasse. Ist ein Hilfsmittel notwendig, geben der Gutachter oder die Gutachterin mit Ihrem Einverständnis diese Information ebenfalls an die Pflegekasse. Sie brauchen keinen gesonderten Antrag zu stellen. Das Pflegegutachten mit den MDK-Empfehlungen sendet Ihnen die Pflegekasse mit dem Bescheid über den Pflegegrad zu.

    In dieser Situation ist es besonders wichtig, dass eine Pflegeperson während des Telefonats anwesend ist und Auskunft geben kann. So kann die Gutachterin oder der Gutachter alle notwendigen Informationen erhalten.

    Wenn Sie Einwände gegen die Entscheidung der Pflegekasse haben, können Sie innerhalb einer Frist von einem Monat nach Erhalt des Bescheids Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen.