Rund um die Pflegebegutachtung

Wenn Sie bei Ihrer Pflegekasse Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragt haben, besucht Sie eine Gutachterin oder ein Gutachter des MDK zu Hause und macht sich ein Bild von Ihrer persönlichen Situation. Wie dieser Besuch abläuft und wie Sie sich darauf vorbereiten können, erfahren Sie hier.

Ich habe einen Pflegegrad beantragt. Wie geht es jetzt weiter?

Die Pflegekasse leitet Ihren Antrag zusammen mit den entsprechenden Unterlagen an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) weiter. Der MDK hat die Aufgabe, zu begutachten, ob und in welchem Umfang Sie oder Ihr Angehöriger pflegebedürftig sind. Um sich ein Bild von Ihrer Pflegesituation zu machen, besucht Sie eine Gutachterin oder ein Gutachter des MDK zu Hause, das kann auch ein Alten- oder Pflegeheim sein. Der MDK schlägt Ihnen schriftlich oder telefonisch einen Termin vor.

Wie kann ich mich auf die Pflegebegutachtung vorbereiten?

Damit die Gutachterin oder der Gutachter Ihre Pflegesituation möglichst genau und zutreffend beschreiben kann, brauchen sie eine Reihe von Informationen. Die nachstehende Liste soll Ihnen dabei helfen, den Besuch vorzubereiten. Hier finden Sie auch eine Checkliste zum Ausdrucken.

1. Überlegen Sie vorab, was Ihnen in Ihrem Alltag besondere Schwierigkeiten macht.

  • Wobei benötigen und wünschen Sie Unterstützung in Ihrem Alltag?
  • Was können Sie in Ihrem Alltag selbstständig ausführen?

Wichtige Fragen können Sie schon vor dem MDK-Besuch notieren, dann werden Sie in der Begutachtungssituation nicht vergessen.

2. Halten Sie bitte folgende Unterlagen für den Besuch bereit:

  • Legen Sie bitte Berichte Ihres Hausarztes, von Fachärzten ode den Entlassungsbericht aus der Klinik bereit. Sollten Sie die Unterlagen nicht vorliegen haben, brauchen Sie diese jedoch nicht extra anfordern.
  • Bitte haben Sie Ihren aktuellen Medikamentenplan zur Hand.
  • Falls ein Pflegedienst zu Ihnen kommt, legen Sie auch die Pflegedokumentation bereit.

3. Bitten Sie eine Person, die Sie pflegt oder Ihre Situation gut kennt, beim Hausbesuch dabei zu sein.

4. Falls Sie einen gesetzlichen Betreuer haben, informieren Sie ihn bitte über den Hausbesuch.

    Wie läuft eine Pflegebegutachtung ab?

    Für die Pflegebegutachtung kommt eine Gutachterin oder ein Gutachter des MDK zu Ihnen nach Hause. Die Gutachterinnen und Gutachter des MDK sind speziell ausgebildete, examinierte Pflegefachkräfte. Der MDK schlägt Ihnen für den Besuch vorab einen Termin vor.

    Beim Hausbesuch geht es darum, einen möglichst umfassenden Eindruck von Ihrer persönlichen Pflegesituation zu bekommen. Die MDK-Gutachter

    • sprechen mit Ihnen und schauen, wie selbstständig Sie Ihren Alltag gestalten können und wobei Sie Hilfe benötigen.
    • geben Empfehlungen ab, wie Ihre Situation verbessert werden kann, etwa durch eine Rehabilitation oder durch ein Hilfsmittel. Das ist zum Beispiel ein Rollator oder eine Hilfe für das Baden oder Duschen.
    • besprechen mit Ihnen vielleicht auch die Notwendigkeit, Ihre Wohnung anzupassen.

    Sprechen Sie Ihre Probleme bei der Pflege und der täglichen Versorgung gegenüber der Gutachterin oder dem Gutachter offen an. Nur so können sich die Gutachter ein realistisches Bild über Ihre Situation machen.

    Nach dem Hausbesuch fasst der MDK-Gutachter oder die MDK-Gutachterin die Ergebnisse in einem Gutachten zusammen. Dabei geben er oder sie auch eine Empfehlung über den entsprechenden Pflegegrad ab.  Das Gutachten wird an Ihre Pflegekasse geschickt. Die Pflegekasse entscheidet dann auf dieser Grundlage über Ihren Pflegeantrag und schickt Ihnen den Bescheid über den Pflegegrad zu. 

    Beim Hausbesuch spricht die Gutachterin oder der Gutachter zunächst die pflegebedürftige Person an und zwar auch dann, wenn die Unterhaltung aufgrund einer Demenzerkrankung beeinträchtigt ist. Die Informationen werden die Gutachter aber noch einmal mit den anwesenden Angehörigen besprechen.

    Wenn Sie Einwände gegen die Entscheidung der Pflegekasse haben, können Sie innerhalb einer Frist von einem Monat nach Erhalt des Bescheids Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen.