Pflegestufen - Pflegebegutachtung bis 2016

Zum 1. Januar 2017 ist ein neues Begutachtungsverfahren in der Pflege eingeführt worden. Seitdem geht es nicht mehr um einen in Minuten gemessenen Hilfebedarf, sondern um die Frage, wie selbstständig ein Mensch ist. Ist der Antrag auf Pflegeleistungen noch im Jahr 2016 gestellt worden, dann wenden die MDK-Gutachter das bisherige Verfahren nach Pflegeminuten an. Die Pflegestufe wird dann automatisch in einen entsprechenden Pflegegrad umgewandelt. Das gilt auch, wenn der Antrag 2016 gestellt wurde und der Termin für die Begutachtung erst 2017 stattfindet.

Hier finden Sie eine Übersicht über die bisherigen Pflegestufen. Welche Pflegestufe für einen Pflegebedürftigen gilt, hängt davon ab, wie viel Zeit pro Tag für die notwendige Hilfe und Unterstützung aufgewendet werden muss. Dabei wird unterschieden zwischen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung:

  • Pflegestufe I: erheblich pflegebedürftig
    Liegt vor, wenn im Durchschnitt ein Hilfebedarf von mindestens 90 Minuten pro Tag besteht. Davon müssen mehr als 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen. Voraussetzung ist, dass diese Hilfe mindestens einmal täglich notwendig ist. Zusätzlich muss mehrmals in der Woche Unterstützung im Haushalt erforderlich sein.
  • Pflegestufe II: schwerpflegebedürftig
    Liegt vor, wenn im Durchschnitt ein Hilfebedarf von mindestens drei Stunden pro Tag besteht. Davon müssen mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen. Voraussetzung ist, dass diese Hilfe mindestens dreimal täglich notwendig ist. Zusätzlich muss mehrmals in der Woche Unterstützung im Haushalt erforderlich sein.
  • Pflegestufe III: schwerstpflegebedürftig
    Liegt vor, wenn der Hilfebedarf so groß ist, dass er rund um die Uhr, also auch nachts, anfällt. Im Durchschnitt muss ein Zeitaufwand für Pflege von mindestens fünf Stunden pro Tag vorliegen. Davon müssen mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen. Zusätzlich muss mehrmals in der Woche Unterstützung im Haushalt erforderlich sein.
  • Pflegeleistung bei Demenz:
    Für Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
    Unabhängig vom Vorliegen einer Pflegestufe prüft der MDK vor allem bei Menschen mit Demenz, ob neben der Pflege und der Hilfe im Haushalt eine besondere Betreuung erforderlich ist. Falls ja, können sie zusätzliche Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.