Sicherheit auch in Corona-Zeiten stärken

Insgesamt 1.436 Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern hat der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Nordrhein im Jahr 2019 erstellt. In 24 Prozent der Fälle hat sich der Verdacht bestätigt.

Die MDK-Experten aus Nordrhein wiesen 2019, also im Jahr vor der Corona-Pandemie, in jedem vierten Gutachten (24 Prozent) einen Behandlungsfehler nach. Die MDK-Zahlen zeigen jedoch nur einen kleinen Ausschnitt an Behandlungsfehlern. Zahlreiche Fälle bleiben unbekannt: Zum einen werden sie in Deutschland nicht zentral erfasst, zum anderen werden sie von betroffenen Patientinnen und Patienten nicht als Fehler erkannt und deshalb auch nicht angezeigt.

Die Medizinischen Dienste plädieren seit Jahren für eine neue Sicherheitskultur, bei der Behandlungsfehler offengelegt, systematisch erfasst und ausgewertet werden. „Nur so kann mit gezielten Maßnahmen die Patientensicherheit gestärkt werden“, sagt Dr. Klaus-Peter Thiele, Leitender Arzt des MDK Nordrhein, „aus den Fehlern von heute gilt es für morgen zu lernen.“

Mehr Transparenz zum Schutz der Patienten ist auch und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie geboten: Um eine sichere Gesundheitsversorgung zu ermöglichen, bedarf es umfassender Informationen für Patientinnen und Patienten, aber auch für Leistungserbringer. Dazu gehört auch, Sicherheitsmaßnahmen in Praxen, Kliniken und Gesundheitseinrichtungen transparent zu machen, um so das Vertrauen in die Versorgung zu stärken.

Mit 942 Gutachten beziehen sich die meisten Vorwürfe auf Behandlungen im Krankenhaus, bei denen in 21 Prozent der Fälle ein Behandlungsfehler nachgewiesen wurde. Im ambulanten Bereich ist mit 494 die Anzahl der Vorwürfe deutlich geringer – dort ist es in 29,8 Prozent der Fälle zu einem Behandlungsfehler gekommen.

Beim Blick auf die medizinischen Fachbereiche zeigt sich, dass bei den vermuteten Behandlungsfehlern die großen operativen Fachgebiete vorne liegen. Die höchste Bestätigungsquote an Behandlungsfehlern betrifft jedoch die Zahnmedizin mit 35,8 Prozent. Es folgen die Fachgebiete Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit 29 Prozent sowie die Orthopädie und Unfallchirurgie mit 23,8 Prozent.

Hintergrund

Die MDK-Gemeinschaft stellt zum 9. Mal ihre Statistik vor. Bundesweit wurden 14.553 Gutachten zu Behandlungsfehlervorwürfen verfasst. Es handelt sich um den umfangreichsten Datensatz zu Behandlungsfehlern in Deutschland. Die MDK-Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern werden interessensneutral erstellt und sind für gesetzlich Versicherte kostenfrei. Erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten ist die Krankenkasse, da diese den MDK zur Begutachtung eines Behandlungsfehlervorwurfs beauftragt.

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Weitere Informationen und Grafiken

Fehlern auf der Spur - die Arbeit des Teams Behandlungsfehler.pdf

Häufige Fragen und Antworten.pdf

Ratgeber für Versicherte.pdf

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Kontakt

Dr. Barbara Marnach

Pressesprecherin des MDK Nordrhein
Tel.: 0211 1382-196
Fax: 0211 1382-444
E-Mail: b.marnachmdk-nordrheinde
Berliner Allee 52
40212 Düsseldorf