Pflegeheime: Start der neuen Qualitätsprüfung in Nordrhein

Die Qualitätsprüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen werden grundlegend verändert. Künftig steht die Versorgungsqualität der Bewohnerinnen und Bewohner noch stärker im Mittelpunkt und für Verbraucher wird es mehr Transparenz bei den Qualitätsunterschieden der Einrichtungen geben. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Nordrhein startet ab November 2019 mit dem neuen Verfahren.

„Mit der Reform rückt die Qualität der Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner in den Vordergrund“, betont Werner Greilich, Stellvertretender Geschäftsführer des MDK Nordrhein. „Wir begrüßen die Neuerungen und werden die Pflegeeinrichtungen bei der Qualitätsverbesserung beraten und unterstützen.“

An die Stelle der bisherigen Pflegenoten tritt ein grundlegend neues Qualitätssystem. Es besteht aus dem internen Qualitätsmanagement der Einrichtungen, einer neuen Qua-litätsprüfung des MDK und einer Qualitätsdarstellung, in der die Informationen für den Verbraucher im Internet transparent zusammengefasst werden.

Im Rahmen der Qualitätsprüfung wird der MDK künftig anhand einer Stichprobe von neun Bewohnerinnen und Bewohnern prüfen, wie die Versorgung bei jedem Einzelnen aussieht. Dazu wurden die bisherigen Prüfinhalte erweitert. Zu den klassischen Themen wie Ernährung, Körperpflege, Medikamenten- und Wundversorgung kommen neue hinzu: Wie werden die Bewohner in ihrer Mobilität unterstützt oder bei der Strukturierung des Tages und der Pflege ihrer sozialen Kontakte? Darüber hinaus überprüft der MDK bei sechs der neun Bewohner, ob die von der Einrichtung selbst ermittelten Qualitätsdaten plausibel sind.

„Mit dem neuen Prüfverfahren können wir wesentlich besser den Pflegebedürftigen, seine Bedürfnisse und die individuelle Pflegesituation in den Blick nehmen “, erklärt Robert Pelzer, Leiter des Fachbereichs Pflege des MDK Nordrhein. „Die Beratung und das Fachgespräch mit der Einrichtung werden gestärkt.“

Die Qualität der Pflegeheime wird künftig differenzierter und umfassender für die Verbraucher dargestellt: Auf den Internetseiten der Pflegekassen werden sich die Ergebnisse der MDK Prüfungen, die internen Qualitätsdaten der Heime sowie allgemeine Informationen zur Einrichtung finden wie zum Beispiel die Ausstattung der Zimmer, Preise, aber auch die Personalausstattung. Verbraucher sollen künftig einfach und nach eigenen Prioritäten Informationen über die Einrichtungen auswählen, filtern und vergleichen können.

Der MDK Nordrhein führt pro Jahr insgesamt etwa 2.400 Qualitätsprüfungen durch, die Hälfte davon in stationären Einrichtungen. Auf die grundlegenden Änderungen in der Qualitätsprüfung hat sich der MDK Nordrhein bereits seit einem Jahr organisatorisch und fachlich intensiv eingestellt. Seit November 2018 werden die rund 70 Prüferinnen und Prüfer intensiv auf das neue Verfahren vorbereitet und geschult.

Hintergrund

Seit 2009 prüft der MDK im Auftrag der Pflegekassen einmal pro Jahr die Qualität in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Die Ergebnisse wurden bisher als „Pflegenoten“ veröffentlicht. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II hat der Gesetzgeber 2016 den Pflegequalitätsausschuss – ein gemeinsames Gremium von Pflegekassen und Leistungserbringern – eingerichtet und ihn beauftragt, durch wissenschaftliche Projekte ein neues Prüfverfahren und eine Alternative zur bisherigen Pflegenotendarstellung zu entwickeln. Notwendig wurde die Reform, weil das bisherige Verfahren und die sogenannten Pflegenoten in die Kritik geraten waren. Schlechte Ergebnisse in der Pflegequalität konnten durch gute Noten an anderer Stelle ausgeglichen werden. Festgestellte Qualitätsmängel waren so in der abschließenden Gesamtnote nicht mehr ersichtlich.

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 Weitere Informationen

Häufige Fragen und Antworten

Zahlen und Fakten

Fallbeispiel

Grafiken zur neuen Qualitätsprüfung

Auszug aus dem MDK Nordrhein Jahresbericht

Die neue MDK-Qualitätsprüfung in der stationären Pflege