MDK Nordrhein für mehr Patientensicherheit

Im Jahr 2017 hat MDK Nordrhein insgesamt 1.396 Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt. In 21,5 Prozent aller Fälle hat sich der Verdacht bestätigt. Wie in den Jahren zuvor betreffen die meisten Behandlungsfehlervorwürfe den stationären Bereich.

Im Interesse der Patienten plädiert der MDK Nordrhein für einen transparenten Umgang mit Behandlungsfehlern. „Nur wenn wir Fehler erkennen und darüber sprechen, können wir aus ihnen lernen und sie künftig verhindern. Das bedeutet mehr Sicherheit für Patientinnen und Patienten“, sagt Dr. Klaus-Peter Thiele, leitender Arzt des MDK Nordrhein, anlässlich der Veröffentlichung der Statistik zu Behandlungsfehlergutachten.

Rund 68 Prozent (948 Fälle) aller Vorwürfe aus dem Jahr 2017 beziehen sich auf Behandlungen im Krankenhaus. Davon wurden 16,4 Prozent als Behandlungsfehler bestätigt. Im ambulanten Bereich liegt die Quote der bestätigten Vorwürfe mit 32,4 Prozent fast doppelt so hoch. Insgesamt wurden im letzten Jahr 448 Fälle an Behandlungsfehlervorwürfen aus dem niedergelassenen Bereich in Nordrhein begutachtet.

Beim Blick auf die medizinischen Fachbereiche zeigt sich, dass erneut die beiden großen operativen Fachgebiete Orthopädie und Unfallchirurgie mit 32 Prozent bei den vermuteten Behandlungsfehlern vorne liegen. An zweiter Stelle steht die Zahnmedizin mit neun Prozent und an Platz drei die Allgemeinchirurgie mit sieben Prozent. Die höchste Bestätigungsquote an Behandlungsfehlern betrifft die Zahnmedizin. Von den 126 Verdachtsfällen wurden in diesem Fach mehr als ein Viertel (28,5 %) bestätigt.

Fragen zu Behandlungsfehlervorwürfen werden im MDK Nordrhein durch spezialisierte Gutachterteams bearbeitet. Die Gutachterinnen und Gutachter gehen bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler der Frage nach, ob die Behandlung nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft durchgeführt worden ist. Wenn ein Arzt oder eine Ärztin gegen die Verpflichtung, die hieraus erwächst, verstößt, also die Behandlung nicht angemessen, sorgfältig, richtig oder zeitgerecht durchführt, dann handelt es sich um einen Behandlungsfehler.

Für Patientinnen und Patienten gilt: Sie können sich bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler an ihre Krankenkasse wenden. Bei der Frage nach Schadensersatzansprüchen arbeiten die Krankenkassen eng mit den MDK zusammen. Das MDK-Gutachten ist für die Patienten kostenfrei.

Fragen und Antworten zur Begutachtung von Behandlungsfehlern

Checkliste "Behandlungsfehler" für Versicherte

Die bundesweite Auswertung finden Sie auf der Seite des Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS).

Weitere Infos für Versicherte zu "Hilfe bei Behandlungsfehler" finden Sie hier.

Pressemitteilung zum Download

   

Statistik Behandlungsfehler 2017, MDK Nordrhein: