MDK-Tag in Essen

Gesundheitsversorgung der Zukunft in Stadt und Land – was kann der MDK dazu beitragen? Das sind Themen, die auf dem MDK-Tag am 15. September 2016, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e. V. in Essen, diskutiert wurden.

Das detaillierte Programm des MDK-Tages entnehmen Sie bitte dem beigefügten Tagungsflyer.

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Der MDK und die Gesundheitsversorgung der Zukunft

„Metropolis – Gesundheit anders denken“ – unter diesem Titel fand die diesjährige Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention in Essen statt. Auf dem dazugehörigen MDK-Tag tauschten sich medizinische Gutachter über die Gesundheitsversorgung der Zukunft aus.

Das steigende Alter der Bevölkerung verlangt eine Neuorientierung für die gesundheitliche und pflegerische Versorgung vor Ort. Das gilt sowohl für die Stadt als auch auf dem Land. Welche Ziele muss die Versorgung im Sozialraum verfolgen? Professor Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg machte zu Beginn der Veranstaltung deutlich, wie wichtig es für die hochbetagten Menschen sei, sozial gut eingebunden zu sein. „Soziale Teilhabe am Leben ist gerade für ältere Menschen wichtig für die Gesundheit und für das Wohlbefinden“, betonte er. Eine weitere wichtige Rolle für diese Gruppe spiele auch eine wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung.

Eine bedeutende Rolle in diesem Zusammenhang spielen Rehabilitationsmaßnahmen und Hilfsmittel für ältere und pflegebedürftige Menschen. Internationale Studien belegen eine generelle Evidenz von Reha-Maßnahmen: Sie ist bei Pflegebedürftigen wirksam. Das zeigte Dr. Norbert Lübke vom Kompetenz-Centrum Geriatrie in seinem Vortrag. Lübke hatte auf der Basis einer umfangreichen Analyse der internationalen Studienlage ein Gutachten zur Evidenzbasierung der Rehabilitation erstellt.  Dr. Ruth Hassa, Leiterin des Medizinischen Fachbereichs Orthopädie beim MDK Nordrhein stellte Beispiele der neuesten Technologien bei Hilfsmitteln vor und führte dem Publikum damit vor Augen, welche hoch spezialisierten Hilfsmittelprodukte bereits jetzt zur Begutachtung durch den MDK anstehen.

Für die Autonomie der älteren Menschen sei die Beratung und Versorgung durch die Hausärzte unverzichtbar, erläuterte Bernd Zimmer, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein. Dabei sei es aber auch notwendig, als Arzt oder Ärztin die jeweiligen Wünschen und Vorstellungen der Patienten über seine Lebensgestaltung so weit wie möglich zu respektieren.

Lebhaft diskutierten die Teilnehmer des MDK-Tages die stationäre Versorgung der Zukunft. Matthias Mohrmann, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg, beurteilte die neuen Regelungen zur Qualitätssicherung in den Krankenhäusern zwar grundsätzlich positiv. Allerdings sei über die Qualitätsindikatoren kein Strukturwandel in der stationären Versorgung zu erreichen. Gregor Hellmons, Geschäftsführer der Kplus Gruppe aus Solingen warb für eine wesentlich bessere Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel der Aufbau von Kompetenz-Zentren mit poliklinischem Facharztangebot.

Einen weiteren thematischen Schwerpunkt setzte der MDK-Tag mit der Frage: Patientenorientierung und Sozialmedizin – ein Gegensatz? Der Patientenbeauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen stellte dar, welche Erwartungen die Patienten an die Begutachtung haben und mit welchen Emotionen dies für die Betroffenen oftmals verbunden sei. Der MDK leiste einen wichtigen Beitrag im Gesundheitssystem, aber dies werde nicht immer so wahrgenommen. Meyer erläuterte, dass die Kommunikation zwischen Patienten, Medizinern und anderen Akteuren des Gesundheitssystems von großer  Bedeutung sei. Alle Akteure im Gesundheitssystem seien gefordert, die Kommunikation barrierefrei zu gestalten, um eine größtmögliche Transparenz zu ermöglichen.

Barbara Marnach, Michaela Gehms