Suchen Sie einen bestimmten Standort des MDK Nordrhein, wählen Sie bitte aus:
Das Kompetenz Centrum Onkologie (KCO) ist beim MDK Nordrhein beheimatet und ein unabhängiger bundesweit tätiger Gutachterdienst.
Das Magazin MDK-
Forum informiert im Zusammenhang mit der MDK-Arbeit in redaktionellen Beiträ-
gen über aktuelle Themen aus der Kranken- und Pflege-
versicherung sowie der Gesundheitspoli-
tik. Auf der Internet-
seite der MDK-
Gemeinschaft können Sie die Inhalte aller Ausgaben ab 1/2004 einsehen.
Suchen Sie einen anderen Medizinischen Dienst, wählen Sie bitte aus:
Berlin, 31. August 2007
Auf einer Pressekonferenz in Berlin legten heute die Pflegekassen und der Medizinische Dienst der Spitzenverbände (MDS) den aktuellen Pflegequalitätsbericht vor.
Er bezieht sich auf 3.736 Qualitätsprüfungen in ambulanten Pflegediensten und auf 4.215 Prüfungen in Pflegeheimen in den Jahren 2004 bis 2006. Es zeigte sich, dass die Pflegeeinrichtungen bundesweit sichtbare Anstrengungen unternommen haben, um ihre Pflegequalität weiter zu entwickeln.
Zusammengefasst kann positiv festgestellt werden, dass sich die Pflegequalität in den Einrichtungen - im Vergleich zum ersten Pflegequalitätsbericht (der die Jahre 2001 bis 2003 umfasste) - verbessert hat.
Unabhängig davon bestehen jedoch weiterhin zum Teil erhebliche Qualitätsdefizite mit entsprechendem Handlungsbedarf. Der Bericht zeigt, dass es sowohl schlechte wie auch gute Einrichtungen gibt. Alle in der Pflege Tätigen sind daher weiterhin gefordert, Qualitätsverbesserungen im Interesse der Pflegebedürftigen zu erreichen.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Pflegebereiche "Vorbeugung von Druckgeschwüren", "Ernährung und Flüssigkeitsversorgung", "Inkontinenzversorgung" und "Eingehen auf Bedürfnisse dementer Menschen" gelegt.
So zeigte es sich, dass im ersten Halbjahr 2006 mehr als 35 % der Heimbewohner und rund 42 % der ambulant versorgten Menschen nicht oft genug umgebettet wurden und die Dekubitusprophylaxe nicht angemessen war (im ersten Halbjahr 2003 waren es im stationären Bereich dagegen noch 43 % und zu Hause über 49 % gewesen).
Die MDK-Gutachter fanden im ersten Halbjahr 2003 bei 37 % der von ambulanten Pflegediensten Betreuten und bei 41 % der Pflegeheimbewohner Defizite in der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung. Diese Werte konnten im ersten Halbjahr 2006 auf knapp 30 % im ambulanten Bereich und auf ca. 34 % im stationären reduziert werden. Die festgestellten Defizite sind jedoch nicht direkt gleichzusetzen mit einer bereits eingetretenen Unterversorgung, sondern beinhalten auch, dass pflegerische Standards nicht erfüllt waren. Oftmals wurde etwa der Gewichtsverlauf der Pflegebedürftigen nicht ausreichend überwacht oder der individuelle Kalorienbedarf nicht entsprechend berücksichtigt.
Bei der Inkontinenzversorgung zeigte sich, dass im stationären Bereich über 15 % und im ambulanten Bereich über 21 % der Pflegebedürftigen qualitativ nicht ausreichend versorgt waren. (zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2003 waren es im stationären Bereich etwa 20 % und zu Hause über 24 %).
Im häuslichen Bereich wurde im ersten Halbjahr 2006 bei etwa 26 % und im stationären Bereich bei über 30 % der pflegebedürftigen Menschen nicht ausreichend auf die Bedürfnisse dementer Menschen eingegangen (im ersten Halbjahr 2003 ergab die Auswertung für den häuslichen Bereich knapp 33 % und blieb im stationären Bereich so gut wie unverändert).
Zusammengefasst machen die Ergebnisse des jetzt vorgelegten Pflegequalitätsberichtes deutlich, dass externe Qualitätsprüfungen auch in der Zukunft weiterhin erforderlich sind und einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung in der Pflegequalität leisten können. Dr. Ge